Ausbeulen

Ausbeulspotter für Stahl: So finden Sie das richtige Gerät (Strom, Programme)

Der Spotter ist oft die erste Maschine, die man beim Einrichten einer Werkstatt kauft, und die, die jeden Tag im Einsatz ist. Zwischen Geräten mit 3.800 A und solchen mit 7.500 A, zwischen Einstellung über zwei Drehknöpfe und Displays mit Programmen fällt die Wahl nicht leicht. Hier die Kriterien, die im Werkstattalltag wirklich zählen.

· 5 Min. Lesezeit

Was ein Spotter kann – und was nicht

Ein Spotter, auch Ausbeulspotter genannt, schweißt per Widerstandsschweißung ein kleines Element auf das Blech: eine Unterlegscheibe, einen Stern, einen Ring, einen Stift oder einen Wellendraht. Daran zieht man anschließend mit dem Schlaghammer oder einem Hebel, um das Blech zurückzuholen, dreht das Element mit einer Handbewegung ab und schleift den Punkt glatt. Es ist das Werkzeug für Dellen, an die man von hinten nicht herankommt: Schweller, hintere Seitenwände, B-Säulen, Türinnenbleche.

Dasselbe Gerät dient auch zum Stauchen von gedehntem Blech mit der Kohleelektrode, zum einseitigen Punktschweißen und bei manchen Modellen zum Aufschweißen von Bolzen. Eine Richtbank bei Strukturschäden ersetzt ein Spotter dagegen nicht, ebenso wenig ein Alu-Gerät für Aluminiumteile: Die Entladung eines Stahl-Spotters schweißt kein Aluminium, das ist ein anderes Verfahren.

Stromstärke und Leistung: Wie viel braucht man wirklich?

Der Wert, mit dem ein Spotter beworben wird, ist der maximale Schweißstrom: 3.800 A, 5.600 A, 7.500 A. Es handelt sich um einen sehr kurzen Stromstoß von wenigen Hundertstelsekunden bei sehr niedriger Spannung. Je höher er ist, desto schneller und sauberer sitzt der Punkt – das begrenzt die Erwärmung drumherum und den Verlust des Korrosionsschutzes auf der Blechrückseite.

Für die übliche Karosserie eines Pkw mit Blechstärken zwischen 0,6 und 1 mm reicht ein Spotter der 3.800-A-Klasse. Stärkere Modelle spielen ihre Vorteile bei verzinkten Blechen aus, wo man einen hohen Strom bei sehr kurzer Zeit braucht, um zu schweißen, ohne das Zink zu verbrennen, sowie bei Wellendraht oder Bolzen, die mehr Leistung verlangen. Achten Sie auch auf die Dauerleistung und den Netzanschluss: Ein Gerät, das Drehstrom braucht, ist in einer ausgestatteten Werkstatt kein Problem, beim Einsatz vor Ort beim Kunden aber schon.

Ein Wort zum Massekabel: Es wird an einer blanken Stelle so nah wie möglich an der Reparaturstelle befestigt. Eine weit entfernte oder schlecht festgezogene Masse kostet einen guten Teil der Leistung und ergibt Punkte, die nicht halten – egal bei welchem Gerät.

Die Einstellung: zwei Knöpfe oder volle Kontrolle

Es gibt zwei Philosophien. Bei einfachen mikroprozessorgesteuerten Spottern wählt man das Werkzeug und eine Leistungsstufe, die Maschine regelt die Schweißzeit selbst. Das geht schnell, lässt sich kaum verstellen und ist ideal für eine Werkstatt, in der mehrere Leute an der Maschine arbeiten. Bei umfangreicher ausgestatteten Modellen stellt man Strom und Zeit getrennt ein, teils über 80 Leistungsstufen und 99 Zeitstufen.

Die getrennte Einstellung ist keine Spielerei. Bei dünnem verzinktem Blech oder höherfestem Stahl ermöglicht genau sie einen kurzen, harten Punkt, der gut hält und die Beschichtung schont. Wenn Sie viel an neueren Fahrzeugen arbeiten, ist dieses Kriterium wichtiger als die angegebene Stromstärke.

Auch die Auslösung spielt eine Rolle. Im Automatikbetrieb zündet der Punkt, sobald das Werkzeug das Blech berührt: praktisch, um Scheiben am laufenden Band zu setzen. Im manuellen Betrieb löst man über den Taster aus: sicherer, um einen Stern oder Ring genau zu platzieren. Beide Modi an derselben Maschine – das ist Komfort.

Programme und Zubehör, auf die Sie achten sollten

Die Programme entsprechen den Werkzeugen: Stern, Scheibe, OT-Ring, Wellendraht, Bolzen, Kohleelektrode zum Erwärmen und Stauchen, einseitiges Punktschweißen. Prüfen Sie, ob die Programme vorhanden sind, die Sie brauchen, und vor allem, ob das passende Zubehör mitgeliefert wird. Ein Spotter ohne Schlaghammer, ohne Zugkralle und ohne Kohleelektroden zwingt Sie, sofort nachzukaufen.

Der Wellendraht verdient eine besondere Erwähnung. An mehreren Punkten entlang einer Linie aufgeschweißt, lässt sich damit eine lange Verformung – etwa an einem Radlauf oder einer Karosseriekante – gleichmäßig herausziehen. Gegenüber einer Reihe einzelner Scheiben spart das enorm viel Zeit. Denken Sie auch an die Scheibenpistole mit Magazin, die auf großen Flächen das Nachladen nach jedem Punkt erspart.

  • Schlaghammer und Mehrfach-Zugkralle
  • Sterne, Scheiben, OT-Ringe und Wellendrähte
  • Elektrodenhalter und Kohleelektroden
  • Fahrwagen, wenn die Maschine in der Werkstatt mobil sein soll

Bauform: Fahrwagen, tragbar oder akkubetrieben

Ein Spotter auf Fahrwagen mit untergebrachtem Werkzeug bleibt am Karosseriearbeitsplatz und wird von Fahrzeug zu Fahrzeug geschoben. Ein tragbares Modell im Koffer eignet sich besser, wenn Sie bei Privatkunden oder bei gewerblichen Kunden vor Ort arbeiten. Akku-Spotter haben weder Netzkabel noch Massekabel: Für einen großen Schaden ersetzen sie kein Werkstattgerät, für eine kleine Delle oder ein schnelles Ausbeulen im Freien sind sie aber sehr praktisch.

Behalten Sie schließlich die Wartung im Blick. Aufsätze verschleißen, Kabel leiden, Sterne verbiegen sich: Prüfen Sie, ob Verbrauchsmaterial und Ersatzteile in Frankreich verfügbar sind, damit Sie nicht sechs Wochen auf eine Ersatzpistole warten.

Die Spotter von Humming Equipment

Das Sortiment reicht vom kompakten Spotter HE-D101 (3.800 A, 7 Werkzeuge × 11 Stufen) über den HE-D105 mit LCD-Display, 80 Leistungsstufen und 99 Zeitstufen bis zu den HE-D106 (5.600 A) und HE-D116 (7.500 A) mit unabhängiger Einstellung von Strom und Zeit, ausgelegt für dünne verzinkte Bleche. Für kleine Einsätze gibt es den Mini-Spotter HE-D123 und den Akku-Spotter HE-D121. Das Verbrauchsmaterial ist unter HE-A702 zusammengefasst. Ihr Humming-Händler lässt Sie gern die Maschine testen, die zu Ihrer Werkstatt passt.

Die hier genannten Werte sind Richtwerte aus der Werkstattpraxis. Maßgeblich ist immer das technische Merkblatt des Produkts.

Erwähnte Produkte

Akku-Spotter mit Lithium-Akku
Art.-Nr. HE-D121

Akku-Spotter mit Lithium-Akku

Kabelloser Ausbeulspotter für Stahl, ohne Netz- und Massekabel, geliefert im Koffer mit zwei Akkus.

1.000 ALithium-Akku 8 V
Mini-Ausbeulspotter im Koffer
Art.-Nr. HE-D123

Mini-Ausbeulspotter im Koffer

Kompakter Spotter 2.000 W ohne Massekabel, geliefert im Koffer mit dem kompletten Ausziehwerkzeug.

1.500 A (Spitze)2.000 W220 V

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